Landschaftliche Vielfalt
Die geologische Vielfalt bedingt eine reichhaltige naturräumliche Ausstattung des Geoparks GrenzWelten. Auf engstem Raum bieten sich sowohl repräsentative als auch einzigartige Anschauungsbeispiele für die erd- und kulturgeschichtliche Entwicklung des europäischen Kontinents.
Die Naturparke Diemelsee und Kellerwald-Edersee repräsentieren die
Geologie des Rheinischen Schiefergebirges und bieten Einblicke in
erdgeschichtliche Prozesse des Erdaltertums (Devon, Karbon). Mit
maximalen Höhen von über 800 m erhalten die Kammlagen von
Rothaargebirge und Kellerwald mehr als doppelt so viel Niederschlag wie
das übrige Gebiet des Geoparks. Wind und Wetter prägen Mensch und
Natur, Waldreichtum und gezielte landwirtschaftliche Nutzung
ausgewählter Gunsträume kennzeichnen diese herbe Landschaft.
Am Ostrand des Schiefergebirges markieren zechsteinzeitliche Kalksteine eine ehemalige Meeresküste. Die in diesen Ablagerungen angelegte Korbacher Spalte ist eine der wissenschaftlich wertvollsten und weltweit bedeutendsten permzeitlichen Fossilfundstellen der nördlichen Hemisphäre. Karsterscheinungen (Trockentäler, Flussschwinden, artesische Quellen) auf der Korbacher Hochfläche sind auf die durchlässigen Zechstein-Kalke im Untergrund zurückzuführen.
Die weiträumigen Buntsandsteinlandschaften des Burgwaldes und der
Waldecker Tafel repräsentieren das beginnende Erdmittelalter. Der
Burgwald selbst ist mit rund 200 km² Ausdehnung eines der größten
zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Die jüngsten Gesteine
finden sich schließlich im Nordosten des Geoparks mit Vorkommen von
Muschelkalk, Unterjura, Kreide und tertiären Basalten. Schichtstufen aus
flachlagernden Sedimentschichten prägen das Landschaftsbild und
bedingen ein abwechslungsreiches Mosaik aus Wald, Wiesen und Ackerland. Tertiäre Braunkohle und die eiszeitlichen Flussschotter von Eder und Schwalm im Südosten des Geoparks runden das Spektrum der vorhandenen Ablagerungen ab.